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Simone Bargetze erobert Hollywood! Seit acht Jahren lebt die quirlige Liechtensteinerin in Los Angeles und hat sich inzwischen einen grossen Namen als Stuntfrau gemacht. Der Wirbelwind, der einst bei Star TV angefangen hat, riskiert Kopf und Kragen für die Grossen Hollywoods. Startalk.ch hat Simone exklusiv in L.A. getroffen und mit ihr über ihren Traumjob, das Leben in den USA, Ex-Missen und ihre neue Liebe gesprochen.
Teil 2: Simone über Schweizer in Hollywood
Teil 3: Dave, die neue Liebe
startalk.ch: Seit einigen Jahren arbeitest du als erfolgreiche Stuntfrau in Hollywood. Was macht dieser Beruf zu deinem Traumjob?
Simone Bargetze: Ich liebe meinen Beruf, weil ich in die verschiedensten Rollen schlüpfen kann und im Gegensatz zu den Schauspielern nicht drei Monate am Set sein muss. Vor der Kamera kann ich die Sau rauslassen und muss keine Texte auswendig lernen. Mal bin ich in einem U-Bahn-Wagen voller aufgehängter Leichen und muss durch ein Fenster springen, dann reiss’ ich jemanden ein Bein aus oder werde von Freddy Krueger an eine Wand geworfen (lacht). Es ist sehr vielfältig und man taucht ständig in neue Welten ein. Meine Einsätze dauern durchschnittlich zwei, drei Tage, was für mich optimal ist. Immer bevor es langweilig wird, gehe ich zum nächsten Job.
Ist es nicht ungerecht, dass du die gefährlichen Stunts machst und die Stars anschliessend gut dastehen, während man dich nicht wahrnimmt?
Überhaupt nicht. Aus meiner Sicht machen die Stars den undankbaren Job und ich die coolen Dinge (lacht). Dazu passt die Redewendung «all guts, no glory», was so viel bedeutet wie «Viel Einsatz, keine Anerkennung».
Du bist eine attraktive und zierliche Frau. Ist es von Vorteil, wenn man für die Stunts oft unterschätzt wird?
Es ist für mich klar ein Vorteil, weil ich dadurch eher Jobs erhalte. Viele Schauspielerinnen, die gedoubelt werden müssen, haben ebenfalls eine schlanke, zierliche Figur. Von den jüngeren Schauspielerinnen werde ich öfters unterschätzt, weil sie anfänglich das Gefühl haben, dass sie meinen Part definitiv besser machen als ich. Die richtigen Stars hingegen sind sehr dankbar dafür, dass wir Stuntleute diesen Job übernehmen.
Wie gehst du vor, um an neue Projekte zu kommen?
Wenn ich in Los Angeles unterwegs bin und sehe, dass Strassen für Filmaufnahmen gesperrt sind, schaue ich spontan bei der Produktion vorbei. Ich erkläre dann, dass ich hier bin um den Stuntkoordinator zu treffen. Dank des iPhones kann ich gleich nachschauen, wer der Verantwortliche ist, und stelle mich mit meinem Lebenslauf vor. Falls er mich bereits kennt, lohnt es sich nur schon, um mich wieder in Erinnerung zu rufen. Vielleicht denkt er beim nächsten Job an mich. Ansonsten gibt es eine Website, welche jeden Monat über Drehs von neuen Filmen und Fernsehserien informiert, oder ich werde über Empfehlungen gebucht.
Braucht es viel Disziplin, um ständig dranzubleiben?
Mir macht es einfach unglaublich Spass. Ich bin viel draussen und muss nicht wie die Schauspieler an Castings rennen und mich dort mit Konkurrenten messen.
Ist dir mit der steilen Hollywood-Karriere ein Traum in Erfüllung gegangen?
Auf jeden Fall. Ich hätte nie gedacht, dass ich in diese Entertainment-Welt reinkomme. Zu Beginn war ich oft am Hollywood-Sign und habe mir ausgeträumt, in diesem und jenem Film mitzuwirken. Oft ist es passiert, dass ich kurz darauf Anfragen für genau diese Projekte erhielt. Das war fast unheimlich.
Hollywood und Glamour gehören für viele zusammen. Auch für dich?
Ich war nur wenige Male an ganz grossen Events, Hollywood-Partys oder Award-Shows und empfand diese eher trashig als glamourös. Und die allermeisten Abendkleider gefallen mir sowieso nicht. Mein Alltag hingegen ist eher einmal glamourös (lacht).
Du hast mit vielen Stars wie Bruce Willis, Johnny Depp oder Jim Carrey gearbeitet. Hast du immer noch persönlichen Kontakt zu ihnen?
Mit Jim Carrey verbindet mich eine persönliche Freundschaft. Er hat mich an einem Set ins Herz geschlossen und auch eine Empfehlung für die Beantragung meiner Greencard geschrieben. Ich habe mit einigen australischen Girls, welche ich gedoubelt habe, regelmässig Kontakt. Amerikanische Schauspielerinnen hingegen sind meistens nicht so cool. Mit den «Big Shots» habe ich aber selten Kontakt. Man sollte sich dabei auch eher zurückhalten, weil die grossen Stars ständig von allen umlagert werden.
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Geburtsdatum 17. 7. 1976
Beruf Stuntfrau, Schauspielerin, Moderatorin
Zivilstand ledig
Wohnort Los Angeles
Die Tochter einer Holländerin und eines Liechtensteiners aus Triesen sollte eigentlich Kindergärtnerin werden. Nach ihrer Ausbildung zog Simone vorerst nach Zürich und heuerte bei Star TV an. Nach einem USA-Sommerspecial für das Magazin «Freestyle» erhielt sie ihre eigene Show beim Schweizer Privatsender. Darin heftete sie sich mit ihrer kleinen Videokamera an die Fersen von Stars und Sternchen. Gleichzeitig absolvierte sie in San Diego einen Sprachaufenthalt und blieb in Kalifornien. Kurz darauf wurde Simone von Viva Plus als Korrespondentin für «Vivaplus LA» engagiert. Unvergessen sind ihre Auftritte bei «TV total», bei denen sie von Stefan Raab mit dem «Raab der Woche» ausgezeichnet wurde. Mit ihren halsbrecherischen Clips in der Rubrik «Simone’s World» begeisterte Bargetze im Trendsportmagazin «Sonic Sports» (Sun-TV und Sat.1 Schweiz). Im amerikanischen Sender Fox Sports stand Simone für «Bluetorch TV» vor der Kamera, bevor sie als Moderatorin zuletzt bei «Sixpack» (MTV Schweiz) und Current TV von Al Gore im Einsatz war. Seit einigen Jahren hat sich das Energiebündel aus dem Ländle nun einen Namen als Stuntfrau gemacht und ist erfolgreich in Los Angeles tätig. Unter anderem in den TV-Serien «Ugly Betty», «The Mentalist», «Lost», «True Blood» oder «Trauma». Ausserdem wirkt Simone in Hollywood-Blockbustern immer öfter als Schauspielerin mit. Wie in «Surrogates» mit Bruce Willis, «Transformers», «Crank 2», James Cameron’s Science-Fiction-Abenteuer «Avatar» oder Tim Burtons «Alice in Wonderland». In «Iron Man 2» spielte sie zuletzt ein Partygirl, das von Robert Downey jr. geküsst wird. Privat: Simone ist vergeben und lebt mit Pitbull-Hündin Bailey B DeMille, einigen Fischen und einem Chamäleon im Stadtteil Echo Park in Los Angeles. Simone im Web. |
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