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Renzo Blumenthal zeigte es allen. Der ehrgeizige Bündner war der erfolgreichste Mister Schweiz aller Zeiten und vereinte Gegensätze, die grösser nicht sein konnten. startalk.ch hat Renzos Karriere verfolgt und seine Highlights in vielen Star-Galerien zusammengetragen. Im Gespräch vom Juli 2005 erzählt uns der Biobauer über sein neues Leben im Rampenlicht, Frau Ladina und weshalb er kein Sexsymbol sein will.
startalk.ch: Vor genau zwei Monaten wurdest du zum schönsten Schweizer gewählt und bist schon jetzt der erfolgreichste Mister Schweiz aller Zeiten. Wie fühlt sich das an?
Renzo Blumenthal: Ich kann auf eine sehr intensive und interessante Zeit zurückschauen, in der ich viele Leute kennen gelernt habe ...
... zum Beispiel?
Das waren ganz unterschiedliche Persönlichkeiten wie DJ Bobo oder Roland Jeanneret von der Glückskette. Daneben viele Medienleute oder auch Missen wie Fiona Hefti.
Wie gefällt dir Fiona?
Fiona ist eine sensationelle und äusserst sympathische Frau. Sehr natürlich und bodenständig. Wir haben uns bestens verstanden und waren in praktisch in allen Themen gleicher Meinung.
Der Mister-Titel hat dich von 0 auf 100 in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit katapultiert. Wie gehst du mit dem enormen Interesse an deiner Person um?
In erster Linie freue ich mich sehr darüber. Das ist ein Zeichen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Mein Leben hat sich seit dem 30. April total verändert. Jeder Tag ist anders. Überall, wo ich unterwegs bin, werde ich erkannt, muss Autogramme geben oder für Fotos posieren. Ich geniesse diese Zeit in vollen Zügen.
Dann hast du es nie als Last verspürt, dieses Amt mit den vielen Terminen und Verpflichtungen auf dich zu nehmen?
Zu Beginn wusste ich nicht genau, was alles auf mich zukommt. Man nimmt jeden Tag, wie er kommt, und macht das Beste daraus. Weil ich schon zu meiner Zeit als Fussballer sehr beschäftigt war, viel arbeiten musste und oft herumreiste, ist der volle Terminkalender nichts Neues für mich. Deshalb hat sich diesbezüglich nicht viel geändert.
Wird dir schon fast langweilig, wenn nicht immer etwas los ist?
Genau, man gewöhnt sich daran. Ich hätte grössere Mühe, wenn mein Terminkalender leer wäre.
Das Nachrichtenmagazin «Facts» hat dich als «Retter der Nation» beschrieben. «Alle, wirklich alle mögen ihn.» Schmeichelt das?
Das schmeichelt sehr, vor allem weil ich zum ersten Mal davon höre. Den Artikel habe ich noch nicht gesehen. Selbstverständlich darf man solche Aussagen nicht überbewerten und sollte auf dem Boden bleiben.
Fühlst du dich wohl in der Rolle des seriösen Mister, der nirgends aneckt?
Natürlich bin ich nicht perfekt. Mir gefällt es, dass man mich als seriös wahrnimmt. Ich habe gerade als Mister Schweiz auch eine gewisse Verantwortung übernommen, die ich sehr ernst nehme. Ich vertrete die Schweiz und versuche, einen guten Job zu machen. Das ist bis jetzt voll aufgegangen.
Wenn du davon erzählst, die Schweiz zu vertreten, für wen oder wo vertrittst du unser Land?
In erster Linie vertrete ich die Schweiz als «schönster Schweizer». In diesem Bereich sehe ich Aufgaben, bei denen man eine gewisse Vorbildfunktion ausübt. Durch meine Bekanntheit wird speziell auch in der Landwirtschaft oft darauf geachtet, was ich so mache. Deshalb ist es wichtig, dass man sich selber bleibt und dass das Image der Öffentlichkeit einem entspricht.
Ist der Druck insbesondere deshalb vorhanden, weil man als Vorbild alles richtig machen will?
In der Öffentlichkeit bewege ich mich genau gleich wie privat. Ich versuche, mich selbst zu bleiben. Das ist mir bis jetzt gut gelungen. Sobald ich merken würde, dass ich mich verstellen müsste, um ein guter Mister Schweiz zu sein, wäre ich am falschen Ort.
Es scheint, dass dir alles gelingt und du auf der Sonnenseite des Lebens stehst.
Es ist wirklich gewaltig. Ich denke, dass ich vieles richtig gemacht habe in meinem Leben. Natürlich gabs auch Enttäuschungen, aber ich war immer einer, der wieder aufstand, nach vorne schaute und seinen Weg fortsetzte.
Welche Enttäuschungen meinst du?
Mich hat in beruflicher Hinsicht nicht alles zufrieden gestellt. Darauf möchte ich aber nicht näher eingehen. Diese Erfahrungen machten mich stark, und deshalb bin ich heute so, wie ich bin.
Du bist gelernter Landwirt, betreibst zusammen mit deinen Eltern einen Biobauernhof und wohnst im idyllischen Bergdorf Vella im Val Lumnezia. Wie vereinbarst du den riesigen Spagat zwischen deiner Arbeit im Stall und dem Showbiz?
Das ist genau der Punkt, der es für mich so interessant macht. Man wechselt von einem Extrem ins andere. Es gibt viel zu reden, und ich betrete mit der Arbeit in der Öffentlichkeit absolutes Neuland. Ich versuche, meine beiden Welten unter einen Hut zu kriegen, obwohl ich eigentlich nie mehr zu Hause bin. Meistens nur kurz für Interviews und Fotos, dann bin ich auch schon wieder unterwegs.
Du hast immer wieder betont, dass du gerne im Rampenlicht stehst. Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, dass du dich zu Hause in Vella, fernab vom Rummel, sichtlich wohler fühlst. Täuscht der Eindruck?
In meiner Heimat fühle ich mich sehr wohl. Ich sehe bei jedem Auftrag die positiven Seiten und freue mich täglich auf die neuen Herausforderungen. Anschliessend komme ich immer wieder gerne nach Vella zurück.
In welchen Momenten wird dir der ganze Rummel um deine Person zu viel?
Das habe ich eigentlich noch nie erlebt. Es gibt Momente, in denen man möglichst ruhig bleibt und sich unter Kontrolle hält (lacht). Und wenn es vorkommt, dass man im letzten Moment noch ein Autogramm von mir möchte, obwohl bei mir die Zeit knapp wird, versuche ich, natürlich zu bleiben und nicht arrogant rüberzukommen.
Wie entspannt sich Renzo nach einem anstrengenden Tag?
Das ist schwierig. Ich kann mich sehr gut beim Sport erholen. In der letzten Zeit hatte ich die Möglichkeit, wieder einzelne Tage auf dem Hof zu arbeiten. Rund um die Tiere finde ich dort meine Ruhe. Diese Momente geben mir Kraft für neue Aufgaben.
Dann siehst du deinen eigentlichen Beruf als Bauer momentan mehr als Hobby, bei dem du relaxen kannst?
Das kann man so sagen.
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Geburtsdatum 26. 12. 1976
Beruf Landwirt
Zivilstand verheiratet
Wohnort Vella GR
Der attraktive Bauer aus Vella GR wurde als Nachfolger von Sven Melig zum Mister Schweiz 2005/2006 gewählt. Renzo, der zuvor als schönster Bündner Bauer mit dem Titel «Mister Heubuuch» ausgezeichnet wurde, überzeugte mit seinem bodenständigen Charme und seiner Natürlichkeit, und wurde so zum erfolgreichsten Mister aller Zeiten. Nach der Lehre als Landwirt kickte der Bündner anschliessend in der ersten Mannschaft des FC St. Gallen. Nach einer verletzungsbedingten Pause musste Renzo jedoch auf seine Fussballkarriere verzichten. Nach Einsätzen beim FC Chur 97 spielt der ehrgeizige Naturbursche jetzt bei seinem Heimatverein FC Lumnezia/Vella. Im Tal des Lichts betreibt der Meisterlandwirt mit seinen Eltern Carmen und Ursin einen Biobauernhof (42 Hektaren, 87 Tiere) und vermarktet unter lumnezia.ch verschiedene Produkte, welche im Tal hergestellt werden. Privat: Der Beau, der auch bei buureradio.ch moderiert, ist mit der Davoser Lehrerin Ladina Cadisch verheiratet und Vater von Sohnemann Moreno. Renzo im Web. |
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